Das kleine Dorf Göttern...

Foto: Dietmar Winter

 ..., heute ein Ortsteil von Magdala, liegt zwischen Weimar und Jena, Apolda und Blankenhain in Thüringen. Bei einer geographischen Höhe von 285m üM wird Göttern von der Magdel durchflossen, die von Südwesten kommend in den Ilmgraben einmündet. Im Bereich des Ortes wurden neolithische Steinbeile, Äxte und Hämmer geborgen, die auf eine lange Besiedelung des Gebietes hindeuten.
Göttern wird 1279 in einer Urkunde eines Grafen von Kirchberg schriftlich erwähnt. Allerdings sind auch in Fuldaer Kloster-Annalen (822 – 842) Hinweise auf den Ort zu finden, frühere Erwähnungen (5./6. Jahrhundert) sind nicht gesichert. Ende des 19. Jahrhunderts wird Göttern als eine reine Bauerngemeinde geführt, bedeutend waren Mühlenwirtschaft und Imkerei.
Das Wahrzeichen Götterns ist die im sog. goldenen Schnitt errichtete Dorfkirche. Diese wurde als Chorturmkirche im 13. Jahrhundert errichtet. 1715 erfolgte eine Turmerhöhung (Inschrift in der Wetterfahne), danach, und zwar 1742, wurde sie grundlegend umgestaltet. Zu DDR-Zeiten dem Verfall preisgegeben wurde sie nach der politischen Wende von Grund auf liebevoll restauriert und ist heute das Schmuckstück des Dorfes. Die Kirche besitzt eine A.-Eifert-Orgel (1894/95) und ein dreifaches Glockengeläut. Die Bronzeglocke stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.
Mitte der 1990er Jahre entstand das Neubaugebiet „Am Schwemmtümpfel“, was eine Verdoppelung der Einwohnerzahl Götterns zur Folge hatte. Im Oktober 2013 lebten im gesamten Dorf insgesamt 379 Einwohner. Kirmes, Kinderfest und der „kleine Göttersche Weihnachtsmarkt“ sind Höhepunkte im Dorfleben.
Prof. Axel Stelzner und Dietmar Winter